Ihr Kunde verlangt ein NVE-Etikett auf jeder Palette? Hier erfahren Sie, wie die 18-stellige SSCC bzw. NVE aufgebaut ist, was der GS1-128-Barcode enthält, wie das Etikett gegliedert ist und welches Format und Material den Exportweg übersteht.
Früher oder später stellt sich jedem Hersteller, der an Kunden im Ausland liefert, dieselbe Frage: Wie muss das Palettenetikett aussehen? Verteilzentren und große Handelsketten wollen eingehende Paletten mit einem einzigen Scan vereinnahmen. Möglich macht das ein GS1-Logistiketikett: ein Palettenetikett mit einer 18-stelligen SSCC, im deutschsprachigen Raum meist NVE genannt, die als GS1-128-Barcode gedruckt wird. In diesem Leitfaden erfahren Sie, was ein SSCC- bzw. NVE-Etikett ist, wie der GS1-128-Barcode funktioniert, wie das Etikett aufgebaut ist und welches Format und Material sich für den Export eignet.
Was ist ein Palettenetikett und wozu dient es?
Ein Palettenetikett ist ein Logistiketikett, das eine Versandeinheit (eine Palette, einen Karton oder eine andere Ladeeinheit) entlang der gesamten Lieferkette eindeutig kennzeichnet. Ein Produktetikett beschreibt einen einzelnen Artikel im Regal; das Palettenetikett zeigt allen Beteiligten, woher die Palette kommt, wohin sie geht und was sie enthält. Wareneingang, Versandkontrolle, Zoll- und Lagerprozesse, Retouren und Rückverfolgbarkeit laufen über dieses Etikett.
Gebräuchlich sind auch die Begriffe Versandetikett, Logistiketikett, SSCC-Etikett oder NVE-Etikett. Gemeinsam ist ihnen eine eindeutige Nummer im Zentrum des Etiketts. Wird der Barcode gescannt, gleicht das Lagerverwaltungssystem des Empfängers die Palette mit dem vorab übermittelten elektronischen Lieferavis (DESADV) ab und kennt den Inhalt, ohne die Palette zu öffnen.
Was ist die SSCC bzw. NVE? Die 18-stellige Nummer der Versandeinheit
Die SSCC (Serial Shipping Container Code) heißt im deutschsprachigen Raum NVE, Nummer der Versandeinheit. Beide Begriffe meinen dieselbe 18-stellige Nummer, die jeder logistischen Einheit genau einmal zugeteilt wird; eine Nummer wird nie für eine andere Palette wiederverwendet. Ein NVE-Etikett und ein SSCC-Etikett sind also dasselbe.
Aufgebaut ist die SSCC/NVE in der Regel so:
- Reserveziffer (1 Stelle): frei vom Unternehmen nutzbar, um den Nummernkreis zu erweitern.
- GS1-Basisnummer (Company Prefix): wird Ihrem Unternehmen mit der GS1-Mitgliedschaft von der zuständigen GS1-Länderorganisation zugeteilt, in der Türkei etwa von GS1 Türkiye.
- Seriennummer: die fortlaufende Nummer, die das Unternehmen jeder Palette gibt; je länger die Basisnummer, desto kürzer dieser Teil.
- Prüfziffer (1 Stelle): nach dem GS1-Algorithmus berechnet, um Lesefehler zu erkennen.
Wichtig und oft missverstanden: Die NVE erzeugt der Versender, nicht der Etikettenhersteller. Ohne eigene GS1-Basisnummer lässt sich keine gültige SSCC bilden, und viele Empfänger prüfen, ob die Basisnummer tatsächlich zu Ihrem Unternehmen gehört.
Der GS1-128-Barcode und die Datenbezeichner
Auf dem Etikett wird die NVE als GS1-128-Barcode gedruckt. GS1-128 ist die Symbologie Code 128 nach GS1-Regeln; welche Bedeutung ein Datenelement hat, legen die in Klammern angegebenen Datenbezeichner (Application Identifier, AI) fest. Der Datenbezeichner der SSCC ist (00): In der Klarschriftzeile unter dem Barcode stehen (00) und die 18 Ziffern.
Weitere häufige Datenbezeichner auf dem Palettenetikett:
- (02) GTIN der enthaltenen Handelseinheiten
- (37) Anzahl der enthaltenen Handelseinheiten
- (10) Charge bzw. Losnummer
- (15) Mindesthaltbarkeitsdatum und (17) Verfallsdatum
- (400) Bestellnummer des Kunden und (410) GLN des Warenempfängers
Welche Datenbezeichner Pflicht sind, bestimmt Ihr Kunde. Manche Handelsketten verlangen nur die NVE, andere zusätzlich Inhalt, Menge und Charge im Barcode. Fordern Sie vor dem ersten Versand unbedingt die Etikettierrichtlinie Ihres Kunden an.
Wie ist ein GS1-Logistiketikett aufgebaut?
Nach den GS1-Richtlinien ist ein Logistiketikett üblicherweise in drei Abschnitte gegliedert, damit Mensch und Scanner schnell finden, was sie brauchen:
| Abschnitt | Inhalt | Für wen |
|---|---|---|
| Oben | Freitext: Name und Anschrift von Versender und Empfänger, Logo, Handhabungshinweise | Personal |
| Mitte | Klarschriftdaten mit Feldbezeichnungen: NVE, Inhalt, Menge, Charge, Datum | Personal und Kontrolle |
| Unten | GS1-128-Barcodes mit Klarschriftzeilen; die NVE steht meist im untersten Barcode | Scanner |
Auch für die Anbringung gibt es anerkannte Regeln: Üblicherweise wird an zwei angrenzenden Seiten der Palette je ein Etikett angebracht, damit es aus jeder Anfahrrichtung des Staplers lesbar ist. Genaue Werte für Anbringungshöhe, Abstand zur Palettenkante und Barcodegröße entnehmen Sie bitte der aktuellen GS1-Richtlinie zum Logistiketikett und der Vorgabe Ihres Kunden, nicht Faustregeln.
Format und Material des Palettenetiketts wählen
Die gängigsten Formate für Palettenetiketten liegen bei etwa 100 × 150 mm, also nahe an DIN A6, sowie bei 4 × 6 Zoll (rund 102 × 152 mm), dem in Nordamerika verbreiteten Versandetikett-Format. Beide bieten Platz für die drei Abschnitte und mehrere Barcodes und sind auf den meisten industriellen Thermodruckern Standard. Yayex stanzt Etiketten von 20 × 10 mm bis 100 × 150 mm; für größere Formate sprechen Sie uns bitte an.
Entscheidend für das Material ist, wie lange und unter welchen Bedingungen das Etikett lesbar bleiben muss:
| Material | Druckverfahren | Geeignet für |
|---|---|---|
| Gestrichenes Papier | Thermotransfer (mit Farbband) | Lange Lagerung, Lager- und Exportversand; Druck widerstandsfähiger gegen Abrieb und Licht |
| Top-coated Thermopapier | Thermodirekt | Kühlkette, Lebensmittellogistik, kurze bis mittlere Transportzeiten |
| Eco-Thermopapier | Thermodirekt | Kurzlebige interne Sendungen, schnell drehende Paletten |
| Weißes PP | Thermotransfer | Außenbereich, Feuchtigkeit, Regen und Reißgefahr; lange Transportwege und Freilager |
Für lange Seefracht, Wartezeiten im Freien oder Paletten, die monatelang im Lager stehen, ist Thermotransferdruck auf gestrichenem Papier oder PP die sicherere Wahl; Thermodirektdruck kann unter Wärme und Licht mit der Zeit verblassen. Der passende Klebstoff für Wellpappe oder Stretchfolie ist dabei ebenso wichtig wie das Obermaterial. Genaue Temperatur- und Beständigkeitsgrenzen entnehmen Sie dem technischen Datenblatt des Materials, oder testen Sie ein Muster unter Ihren eigenen Bedingungen. Unsere unbedruckten Thermo- und Thermotransfer-Etiketten gibt es mit Kerndurchmesser und Wickelrichtung passend für Zebra-, TSC-, Argox- und Godex-Drucker.
Checkliste: Palettenetiketten im Export
- GS1-Basisnummer beantragen. Über die zuständige GS1-Organisation; auf ihr bauen Ihre NVE und GTIN auf.
- Etikettierrichtlinie des Kunden anfordern. Pflichtangaben, Anzahl der Etiketten und Anbringung können je Empfänger abweichen.
- Jeder Palette eine neue NVE geben. Nummern nie wiederverwenden und eins zu eins mit dem Lieferavis abgleichen.
- Druck prüfen. Vor dem ersten Versand den Barcode mit verschiedenen Scannern lesen und die Druckqualität möglichst mit einem Barcode-Prüfgerät kontrollieren.
- Passendes Material wählen. Nach Transportdauer und Bedingungen: für lange Wege Thermotransfer auf gestrichenem Papier oder PP.
- Dokumente nicht vergessen. Anforderungen wie die ISPM-15-Kennzeichnung von Holzpaletten und die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 für Präferenzzölle mit Spediteur und Zollagent abklären.
Yayex liefert Etiketten nach Europa, in die Golfregion und nach Amerika: in Exportverpackung, auf ISPM-15-gestempelten Holzpaletten und mit den im Bestimmungsland erforderlichen Warenverkehrs- und Ursprungsnachweisen (z. B. A.TR, EUR.1). Sie erhalten ein technisches und kaufmännisches Angebot (PDF und Excel) mit EXW-Preisen je Position und separat ausgewiesener CPT/CFR-Fracht. Für Anfragen aus dem Ausland nutzen Sie unsere Exportanfrage-Seite (RFQ).
Häufige Fragen
Kann ich NVE-Etiketten selbst drucken?
Ja. Mit eigener GS1-Basisnummer können Sie NVE in Ihrer Software erzeugen und auf einem Thermodrucker drucken. Dafür brauchen Sie unbedruckte Thermo- oder Papieretiketten im passenden Format und bei Thermotransfer ein geeignetes Farbband. Layout und Barcodeplatzierung müssen den GS1-Regeln und der Vorgabe Ihres Kunden entsprechen.
Was ist der Unterschied zwischen SSCC und GTIN?
Eine GTIN kennzeichnet einen Artikeltyp; tausende gleiche Artikel tragen dieselbe GTIN. Die SSCC bzw. NVE kennzeichnet genau eine logistische Einheit; jede Palette erhält ihre eigene. Ein Palettenetikett kann beides tragen: die NVE mit AI (00) und die GTIN der enthaltenen Artikel mit AI (02).
Wie viele Etiketten gehören an eine Palette?
Die GS1-Richtlinien empfehlen in der Regel je ein Etikett an zwei angrenzenden Seiten. Manche Kunden verlangen eine andere Anzahl oder Position; maßgeblich sind die Vorgabe Ihres Kunden und die aktuelle GS1-Richtlinie.
Sind 100 × 150 mm und 4 × 6 Zoll dasselbe?
Fast, aber nicht ganz: 4 × 6 Zoll entsprechen etwa 102 × 152 mm. Die meisten Drucker und Vorlagen kommen mit beiden zurecht; stellen Sie das Seitenformat in Ihrer Etikettensoftware einfach auf die eingelegte Rolle ein.
Fazit
Ein gutes Palettenetikett vereint eine eindeutige NVE, einen korrekt codierten GS1-128-Barcode, einen klar gegliederten Aufbau und ein Material, das den Transport übersteht. Sind Nummernkreis und Kundenvorgabe mit GS1 und Ihrem Kunden geklärt, kümmern wir uns um das Etikett selbst: Seit 1999 produzieren wir Barcode- und Rollenetiketten in unserem eigenen Werk in Istanbul-Pendik, Lagerware wird noch am selben Tag versandt. Preise sehen Sie sofort mit unserem Preisrechner; für Sonderformate und Materialien kontaktieren Sie uns.